„In 50 Jahren haben wir Strom im Überfluss“

Osnabrücker Sonntagszeitung im Interview mit SUNOS-Geschäftsführer Frank Hemme.

Technische Weiterentwicklungen und fallende Preise machen die Installation von Solarstrom-Anlagen zusehends attraktiver - Interview mit SUNOS-Geschäftsführer Frank Hemme.

Osnabrück. Immer mehr Hauseigentümer und Gewerbetreibende spielen angesichts ständig steigender Energiekosten mit dem Gedanken, sich eine Photovoltaik-Anlage auf ihrer Immobilie installieren zu lassen. Seit 2008 bietet das Unternehmen SUNOS Solarpower sehr erfolgreich Lösungen an, um Photovoltaik für private, gewerbliche oder kommunale Investoren lukrativ zu gestalten. Die Osnabrücker Sonntagszeitung sprach mit SUNOS Solarpower-Geschäftsführer Frank Hemme über die aktuelle Situation auf dem Photovoltaik-Markt und über zukünftige Entwicklungen im Energiesektor.

Osnabrücker Sonntagszeitung: Herr Hemme, wie stellt sich zurzeit die Situation auf dem Photovoltaik-Markt dar?

Frank Hemme: Das Jahr begann verhalten, nachdem die Einspeisevergütung bereits zum 1. Januar 2011 gesenkt wurde. Zudem hatte die Bundesregierung ursprünglich geplant, bei der Erreichung entsprechend hoher Zubauraten die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) zum 30. Juli nochmals zu senken. Die Modulhersteller reagierten auf die Pläne der Politik zögerlich und senkten die Preise zunächst nur moderat. Als Folge dessen gingen in Relation zu den prognostizierten Zubauraten der Bundesregierung weitaus weniger Solarstromanlagen ans Netz als erwartet. Somit wurde die Einspeisevergütung mit Wirkung zum 1. Juli 2011 nicht gesenkt. Zwischenzeitlich hatten jedoch viele Hersteller die ursprünglich angekündigte Vergütungsabsenkung bereits mit in ihr Kalkül einbezogen und ihre Preise zum 3. Jahresquartal reduziert, um einer niedrigeren Einspeisevergütung kompensatorisch entgegenzuwirken. Das niedrige Preisniveau für Photovoltaikkomponenten und die weiterhin hohe Einspeisevergütung  wirkten sich in Verbindung mit einem niedrigen Zinsniveau umgehend auf den Markt aus. Aktuell zieht die Nachfrage nach hochwertigen Photovoltaikanlagen wieder beträchtlich an. Kurz gesagt: Für diejenigen, die sich jetzt eine Solarstromanlage auf ihr Dach installieren lassen möchten, sind die Rahmenbedingungen momentan höchst attraktiv. 

OSZ: Mit welchen technischen Fortschritten wird in nächster Zeit zu rechnen sein?

Hemme: Die Anlagen und Komponenten werden immer besser und leistungsfähiger. Dadurch wird sich auch die Stromausbeute in den nächsten Jahren weiter verbessern. Der Schwerpunkt der Entwicklung wird in den kommenden Jahren in der dezentralen Stromversorgung liegen. Wir bauen heute schon sehr viele Anlagen im Einfamilienhaus-bereich, davon etwa 80 Prozent als Eigenverbrauchsanlagen. Der erzeugte Strom wird also in Zukunft immer mehr von den privaten Stromerzeugern selbst verbraucht. Das bedeutet auch, dass sich die Konsumgewohnheiten der Leute ändern werden. Haushaltsgeräte werden dann häufiger als heute mit Zeitschaltuhren versehen sein, die die Geräte dann einschalten, wenn tageszeitabhängig besonders viel günstiger Strom erzeugt wird. Ich gehe im Übrigen auch davon aus, dass wir dann auch bei Stromentstehungskosten liegen, die weit unter dem Niveau des heutigen Strompreises liegen. Die nächste technische Entwicklung wird sein, dass der erzeugte Strom auch gespeichert werden kann. Diese Technologie wird bereits im nächsten Jahr auf dem Markt verfügbar sein. 

OSZ: Mit welchen langfristigen Entwicklungen wird bei Photovoltaik-Anlagen zu rechnen sein?

Hemme: Ich gehe davon aus, dass wir in zehn bis 20 Jahren kaum noch ein Dach sehen werden, das keine Photovoltaikanlage hat. In 20 oder 30 Jahren werden wir unsere Heizungssysteme nicht mehr mit Öl oder Gas betreiben, sondern mit Strom. In 50 Jahren werden wir Strom sogar im Überfluss haben. Zwar ist auch die durch Wind- und Wasserkraft erzeugte Energie in der Gesamtbilanz zu berücksichtigen. Die Sonne wird meines Erachtens jedoch die Hauptrolle in der dezentralen Stromversorgung spielen. In wenigen Jahrzehnten werden wir zu 70 bis 75 Prozent in der Lage sein, Strom selbst zu erzeugen. Nur in den Wintermonaten wird es dann infolge geringerer Sonnenstrahlung und erhöhtem Energiebedarf noch notwendig sein, zusätzlichen Strom von den Energieversorgern zu beziehen. 

OSZ: Wie erklären Sie Interessenten, dass sich die Installation einer Photovoltaik-Anlage rentiert?

Hemme: Solarstromanlagen haben sich in der Regel nach etwa zehn bis 12 Jahren amortisiert. Mit einer Lebensdauer von mindestens 25 Jahren liefert die Technik damit nicht nur viel erneuerbare Energien, sondern auch eine hohe Kapitalrendite. Außerdem sind die Rohstoffpreise bereits jetzt schon hoch und werden in den kommenden Jahren noch weiter erheblich steigen, was zur Folge hat, dass auch die Energiepreise weiter steigen werden. Wichtig ist sich jetzt mit dem Thema Solarstrom zu beschäftigen und nicht erst zum Ende des Jahres. Denn umso näher wir der nächsten Änderung der Einspeisevergütung kommen, desto geringer wird die Auswahl an hochwertigen Modulen und verfügbaren Montagekapazitäten. Alle Photovoltaik-Anlagen, die noch bis zum 31. Dezember dieses Jahres ans Netz gehen, bringen dem Betreiber über einen Zeitraum von 20 Jahren garantiert 28,74 Cent pro Kilowattstunde ein. Für Kunden, die den selbst produzierten Solarstrom auch selbst verbrauchen möchten, gibt es zusätzlich zu den realisierten Einsparungen bei den Strommengen, die zum entsprechenden Marktpreis vom Energieversorger bezogen werden, weitere 12,35 Cent pro Kilowattstunde vom Staat. Dies gilt für die typischerweise auf Einfamilien- und Reihenhäusern errichteten Anlagen mit einer Leistung von maximal 30 kW.

OSZ: Was raten Sie Ihren Kunden?

Hemme: Wir raten unseren Kunden dazu, zunächst einen kostenlosen Solarcheck zu machen. Nach Besichtigung des Daches erstellen wir eine detaillierte Planung, um unseren Kunden aufzuzeigen, wie die Photovoltaik-Anlage wirtschaftlich darstellbar ist. Ergänzend dazu erhalten unsere Kunden ein verbindliches Angebot für eine schlüsselfertige Anlage. Auf Wunsch des Kunden kann die Anlage auch in unserem Rechenzentrum überwacht werden damit eventuelle Störungen schnell behoben werden können. Das ist das Rundum-Sorglos-Paket. Der Kunde muss sich dann um nichts mehr kümmern. Er kann sich entspannt zurücklehnen und die Sonne genießen, während die Photovoltaikanlage zu seinen Gunsten hohe Erträge erwirtschaftet.

OSZ: Herr Hemme, wir bedanken uns für das Gespräch. 

 

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